Rumms am Pekinger Platz im Sprengelkiez

„Rumms!“,weckte mich ein heftiger Schlag. Und nochmal: „Rumms!“ Was war das? Ein Blick auf den Wecker. 6 Uhr früh. War in der Wohnung unter mir ein Fenster offen und wurde vom Luftzug auf und zu geschlagen? Dann hätte ich es mir früher auffallen müssen.  Draußen schien es windstill zu sein. Ich versuchte wieder einzuschlafen. Der Wecker sollte erst um 7.10 Uhr klingeln. Keine Chance. „Rumms!“ Es ging weiter.  Für Oropax war es zu spät. Nie und nimmer hätte ich damit den Wecker gehört. Verschlafen ging ich auf den Balkon. Vor mir lag der Pekinger Platz (Berlin, Ortsteil Wedding), der in einer Phase der Umgestaltung war. Die Quelle der Störung wurde sichtbar.

Arbeiten in Grünflächen beginnen aus Gründen, die für Büroangestellte nur schwer nachvollziehbar sind, um 6 Uhr früh. Die Arbeiten läuten den Tag gerne mit einem Paukenschlag in Form von wuchtigen Rammstößen durch irgendein Gerät oder dem Starten einer bezingetriebenen hochtourigen Motorsäge ein. So geschah es auch am Pekinger Platz. Alle Maschinen, die zum Lärmmachen taugten, wurden Punkt 6 Uhr  in Betrieb genommen, sehr zum Nachteil für die umliegende Nachbarschaft, die möglicherweise noch länger hätte schlummern wollen.  Vielleicht war das frühe kollektive Lärmen eine Strategie zur deutlichen Demonstartion des Arbeitsbeginns. Möglicherweise telefonierte der Vorarbeiter mit einer übergeordneten Stelle und benötigte den Krach als Hintergrundgeräusch, um seinem Gesprächspartner einen emsigen Arbeitsbetrieb zu signalisieren. Doch gegen 7.30 ließ der Krach nach, was auf den Beginn der Frühstückspause hindeutete, die von der nahegelegenen Bäckereien durch die Umsatzsteigerung  wohlwollend quittiert wurde.  Aber irgendeiner aus der Arbeitsgruppe mußte bei den Geräten bleiben und tat seinem Ärger darüber durch das Lärmen mit einem Trennschleifer kund.  Nachbarn, die vorhatten, den schönen Tag mit einer ruhigen Tasse Kaffee oder Tee auf dem Balkon zu begrüßen, konnten das Vorhaben abhaken.                      TG – 6. 4. 2011


Die Krachmacher vom Pekinger Platz

16. 5. 2011

 Dort, wo in dieser Jahreszeit Kinder im Sand buddeln und Erwachsene auf den Bänken im lauschigen Park sitzen, toben sich Bauarbeiter aus. Der kleine Park Pekinger Platz im Berliner Ortsteil Wedding ist zur lauten Arena für langwierige und eher sinnlos wirkende Bauaktivitäten geworden.

Baustelle Pekinger Platz

Baustelle Pekinger Platz

Es spricht nichts dagegen, eine Stadt zu pflegen und zu verschönern. Doch ist das dort, wo alles grundsätzlich in Ordnung ist, nur ein Akt der Pflege und nicht der langwierigen lärmintensiven Tätigkeit, die den Anwohnen das Leben in der unmittelbaren Nachbarschaft zur Last macht. Der kleine Park Pekinger Platz wird derzeit ohne sichtbare Schaffung eines wirklichen Mehrwertes saniert und umgestaltet. Insbesondere werden Steine und Metalle mit Trennschleifern geschnitten, was super laut ist. Geht das nicht anders? Stattdessen kreischen seit Wochen diese Trennschleifer und lärmen andere Baugeräte an diesem sonst so beschaulichen Platz, um den gestalterischen Traum von Frau Margret Benninghoff, deren Vorschlag im Rhamen eines Vergabeverfahrens seitens des Quartiertmanagements, den Zuschlag erhalten hatte, zu verwirklichen. Mitunter rattert ein Presslufthammer. Motoren laufen hochtourig. Die Anwohner verbringen die warmen Tage wegen des Lärms hinter geschlossenen Fenstern. Selbst dann helfen nicht mal Ohrstöpsel zur gewünschten Ruhe. Die Geräusche dringen durch.

Hauptsache früh und laut

Hauptsache früh und laut

Interessanterweise haben die Bauarbeiter das Bedürfnis, ihre lärmigen Spiezeuge frühmorgens in Betrieb zu nehmen. Um 6.50 beginnt eine Maschine zu arbeiten, mit der frisch verlegte Steine festgeklopft werden. Der Maschienenführer bewegt sein Rhythmusgerät andächtig hin und her. Die zur Straße lebenden Nachbarn können ihre Wecker getrost ausstellen.

Wer hier wohnt, mag sich über einiges wundern. Einerseits wird der Asphaltstreifen der ehemaligen Straße am Nordufer des Pekinger Platzes nicht entfernt, um sinnvollerweise die Grünfläche zu erweitern. Dafür würde man eine zeitweilige Lärmbelastung verständnisvoll hinnehmen. Andererseits wird der Fahrradweg Berlin-Kopenhagen entlang des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals nicht konsequent fortgesetzt. Dort entsteht ein Grünstreifen.

Es ist derzeit im Trend, lange Sichtachsen zu schaffen. Dafür werden Büsche und andere Pflanzen. Begründet wird dies mit einem höheren Sicherheitsgefühl durch die Erschwerung von diskreten Handlungen. Wer den Kiez kennt, weiß dass man in dieser Hinsicht am ehesten etwas erreicht durch die Einführung einer Parkraumbewirtschaftung mit kostenpflichtigen Anwohnervignetten. Das Verschwinden der Fuhrparke von Kleinunternehmern, die mit ihren Fahrzeugen auf das nahegelegene Friedrich-Krause-Ufer ausweichen können, sowie der vorübergehend abgestellten Fahrzeuge von Zwischenhändlern würde die Straßen übersichtlicher und sicherer machen.

Aus der Not eine Tugend. Badminton am Bauzaun

Aus der Not eine Tugend. Badminton am Bauzaun

Lange Sichtachsen und das Verschwinden der Büsche ziehen Gruppen an, die im Freien grillen möchten. Wir kennen das unter anderem aus dem Tiergarten und dem Mauerpark. Das wird auch im Sprengelpark und am Pekinder Platz vorkommen. Am danebenliegenden Ufer des Kanals findet es bereits statt. Freie Flächen werden zu Eventflächen. Sie schaffen stets Unruhe zu Lasten der Anwohner.

Das kosmetische Update dieses Kiezes sowie das allmähliche Heranrücken der inneren Citybebauungsprojekte wird nicht ohne Folgen für die hier lebenden Bürger sein. Der überschaubare Sprengelkiez liegt direkt neben einem großen Krankenhausgelände. Am Rande des Sprengelkiezes befindet sich das Robert-Koch-Institut. Dennoch galt dieser Bereich lange als heruntergekommen. Die Mieten der Altbauwohnungen sind noch oder waren billig. Hier leben viele Migranten und Transferleistungsempfänger. Die modernen Häuser am Nordufer zwischen der Samoastraße und Lynarstraße sind zum großen Teil an Mieter vergeben, deren Mieten der Staat übernimmt. Für viele andere wären diese Wohnungen zu teuer. Das könnte sich ändern.

Der Begriff Gentrifizierung gewinnt im Sprengelkiez immer mehr an Bedeutung. Es findet ein sozialer Umstrukturierungsprozess statt. Der Sprengelkiez wird zunehmend von wohlhabenderen Zuzüglern entdeckt.

6. 6. 2011 – Nachtrag: Mit dem Tausch- und Trödelmarkt am 21. 5. 2011 sollte der Abschluss der Arbeiten am Pekinger Platz gefeiert werden. Dieses Datum paßte zu der Auskunft, die uns vom Büro der Architektin Margret Benninghoff gegeben wurde. Für die unmittelbaren Anwohner war damit die Hoffnung verbunden, ab dann nicht mehr von den lauten Baumaschinen belästigt zu werden. Das erwies sich als Trugschluss. Heute früh begann um Punkt 7 Uhr das Rattern der Verdichtungsmaschine, mit der die neu gelegten Steine festgeklopft werden. Gestern hatten wir 30° im Schatten, heute sollten es ähnliche Temperaturen werden. Die frühen Tagesstunden waren die einzige Gelegenheit, die Wohnung mit (noch) kühler Luft zu versehen. Die lauten Bauarbeiten machten diese Möglichkeit zunichte. Das Geld aus dem Topf ‚Soziale Stadt‘ verursacht diesen Sommer am Pekinger Platz eine Menge Verdruss ohne den Anwohnern einen Mehrwert zu bieten. Das widerspricht dem Sinn eines guten Quartiersmanagements, welches dazu beitragen soll, dass sich die Bewohner des Quartiers mit ihrem Lebensraum identifizieren und sich dort wohl fühlen.

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25. 7. 2011

Pekinger Platz – Basteln an den Pflastersteinen

Noch ist die Arbeit nicht fertig und schon beginnen die Reparaturen. Am heutigen Samstag wurden die Anwohner am Pekinger Platz im Berliner Ortsteil Wedding gegen kurz vor 8 Uhr wieder einmal von lauten Maschinen geweckt. Mit einer gehörigen Portion Unsensibilität und großer Rücksichtslosigkeit kamen Trennschleifer und Maschinen zum Feststampfen von verlegten Steinen im Rahmen einer Aktion unter dem Motto ‚Soziale Stadt‘ zum Einsatz.  Sollten die Nachbarn doch wach werden, wen kümmerts, dass die am Wochenende massiv vom Lärm gestört wurden?

Das eigentlich Groteske begann aber erst. Zum Erstaunen der Beobachter wurde die vor kurzem um den Sandspielplatz verlegte Einfassung aus Steinen wieder aufgebrochen, weil sich darunter Baumwurzeln von kürzlich gefällten Bäumen befanden, die naturgemäß austrieben. So konnte man an manchen Stellen die ersten grünen Blätter und Verwerfungen sehen.

Der neu verlegte Ring wird wieder aufgebrochen.
Der neu verlegte Ring wird wieder aufgebrochen.

Hier wurde ein gravierender Mangels an Sachkenntnis bezüglich der Gestaltung von Grünalangen sichtbar und es stellte sich die Frage, wer dafür die Verantwortung zu tragen hat und welchen Bestand die geleistete Arbeit haben wird.

Eines ist klar; die Arbeiten werden mit öffentlichen Mitteln finanziert und diejenigen, denen diese Gelder zugesagt worden, haben verantwortungsvoll und umsichtig damit umzugehen. Die Projektleitung scheint der Aufgabe nicht gewachsen zu sein, wenn wenige Wochen nach dem Verlegen der Steine darunterliegendes, aktives  Wurzelwerk zerstörerische Wirkungen zeigt.

Am 1. 7. 2011 soll der Pekinger Platz im Beisein des Bezirksbürgermeisters eröffnet werden. Dann muss der kleine Park mediengerecht instandgesetzt sein. Bis dahin ist nicht mehr viel Zeit, um die ersten Anzeichen der Folgen einer unzulänglichen Vorbereitung des Untergrundes zu beseitigen.

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28. 7.2011

Pfusch am Bau

Berlin – Wedding – Pekinger Platz. Ein helles weitschallendes „Ping, ping“ lässt die Passanten zum Tatort blicken. Ein Mann hockt auf der Pflastersteineinfassung um den Sandspielplatz und schlägt mit einem Hammer auf Steine, die von den darunterliegenden Wurzeln hochgedrückt werden. Im Frühjahr sind in unmittelbarer Nähe Bäume gefällt worden, insbesondere eine große Schwarzpappel, die zu den raschwüchsigen Pioniergewächsen gehört. Erkennbar ist eine  Schwarzpappel an der alljährlich wiederkehrenden Pappelwolle, die den Boden wie Schnee bedeckt. Nun wachsen Bäume bekanntermaßen nicht nur überirdisch, sondern bilden unter der Erdoberfläche Wurzeln. Die Wurzeln von einigen Baumarten entwickeln nach oben drückende Pflanzentriebe. Die Schwarzpappel hat diesbezüglich ein besonders aktives Wurzelwerk, das nach dem Fällen nicht vollständig beseitigt wurde.

Am Pekinger Platz in Berlin Wedding

Am Pekinger Platz in Berlin Wedding

Wurzeltriebe drücken die Pflastersteine hoch.

28. 7. 2011 –  Wurzeltriebe drücken die Pflastersteine hoch.

Ausbesserungsarbeiten am Pekinger Platz

28. 7. 2011 – Ausbesserungsarbeiten am Pekinger Platz

Durch das Hochdrücken der Steine entstehen böse Stolperfallen, die gerade um einen Spielplatz besonders schwer wiegen. Derzeit ist im Sprengelkiez ein Zuzug von jungen Paaren festzustellen, die hier ihren Nachwuchs großziehen. Der Spielplatz auf dem Pekinger Platz wird zunehmend stärker benutzt. Nicht zuletzt deswegen ist es angebracht, nachhaltig dafür zu sorgen, dass die aktiven Wurzeln unter der Steinumfassung beseitigt werden, um für längere Zeit sicher begehbar zu bleiben. Die aktuellen Maßnahmen sehen so aus, dass einzelne aufragende Steine mit einem Hammer nach unten geschlagen werden und an anderen Stellen ein paar Steine herausgenommen werden, um ein paar greifbare Wurzelstücke herauszbrechen. Dieses halbherzige Vorgehen wird die im Boden befindlichen Baumwurzeln nicht beeindrucken. Sie werden weiterhin Steine empordrücken, was  in Kürze zu sehen sein wird.

11 Antworten auf Rumms am Pekinger Platz im Sprengelkiez

  • Kalle

    Hmm… Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn mal ein Pflasterstein mit der Zeit hochgedrückt wird? Ich glaube die Wahrscheinlichkeit, dass sich da jemand darüber zu Tode stolpert ist geringer als vom Blitz erschlagen zu werden und es gibt nun wirklich höhere Risiken im Sprengelkiez zu Schaden zu kommen, als durch einen angehobenen Pflasterstein oder einer Baumwurzel… *lach*

    Mal davon abgesehen, dass ich den Pekinger Platz in seiner jetzigen Form eh für etwas misslungen halte.

  • Oxly

    Schlimm ist übertrieben. Eher trifft der Begriff Satire zu.

    Verlegte Pflastersteine werden an vielen Stellen von Wurzeln hochgedrückt. Im Falle des Pekinger Platzes sollte man aber bedenken, dass dort bis Anfang Juli 2011 Arbeiten zur Sanierung und Umgestaltungen stattfanden. In dem Zusammenhang wurde der Grund am Spielplatzbereich überarbeitet. (Siehe: http://www.oxly3.de/?p=6822)

    Das geschah mit öffentlichen Mitteln. Und während (!) dieser Umgestaltung wurde am 25. 6. 2011 erstmalig an dem Steinring nachgearbeitet, weil sich zeigte, dass der Untergrund nicht sorgfältig genug vom Wurzelwerk befreit war und der runde gewölbte Steinring die ersten Aufbrüche bekam. Wir hatten darüber berichtet: http://www.oxly3.de/?p=6953

    Aufmerksame Nachbarn stellten rasch fest, dass die gerade erst wieder in Form gebrachten Pflastersteine an einigen Stellen erneut nach oben strebten. Es scheint, als ob die Ausführenden an diesem Punkt nachlässig an die Sache herangegangen sind. So kam es am 28. 7. 2011 erneut zu kosmetischen Reparaturen, die vermutlich nicht lange Wirkung zeigen werden.

    Wir haben den Eindruck, dass am Pekinger Platz Geld für ein schlechtes Ergebnis ausgegeben wurde. Schöner ist er nicht geworden, sondern steriler. Die komplette Beibehaltung der Asphaltdecke sowie die Unterbrechung des Fußgänger-/Fahrradwegeverlaufs am Nordufer waren ein Mißgriff, der den Akteuren nicht gerade ein gutes Gespür für städtebauliche Ästhetik bescheinigt. Die nicht konsequente Fortsetzung des Berlin-Kopenhagen Fahrradweges durch das Anbringen einer Fahrradwegemarkierung auf diesem Asphaltstück sieht schlimm aus und schafft eine gefährliche Kreuzungssituation an der Ecke Samoastraße / Nordufer, wo nun in eher untypischerweise Weise die aus Mitte kommenden Fahrradfahrer die engegenkommende abbiegende Spur kreuzen.

  • Kalle

    Ja gut, da geb ich dir natürlich recht. Das mit der Kreuzung ist mir auch schon aufgefallen und so einige andere unschöne Sachen. Der alte Pekinger Platz war zwar nicht unbedingt schöner, aber er war wie du schon sagst nicht so steril. Aber so ist das nunmal… Im Sprengelkiez macht sowieso eine kleine Clique mit den Gelder was sie will. Damit hab ich mich in den letzten Jahren längst abgefunden.

  • razer3z

    @Kalle „… es gibt nun wirklich höhere Risiken im Sprengelkiez zu Schaden zu kommen, als durch einen angehobenen Pflasterstein oder einer Baumwurzel …“

    LOL. So kann man es auch sehen. Sehr witzger Kommentar! Macht daraus ein eigenes Thema: Die 10 schlimmsten Todesfallen im Sprengekiez.

  • Jochen

    Da hätte ich einen Punkt für die Liste. Gehe ab 11 Uhr in den Edeka-Laden in die Sprengelstraße. Stelle dich vor beide Pfandflaschenautomaten und lasse eine Stunde lang keinen ran. Das überlebst du nicht.

  • Jochen

    So, jetzt mal im Ernst (für Kenner: nicht bei Ernst) und Butter bei die Fische. Es ist gut, dass Blogs wie Oxly bei Verdacht auf mutmaßliche Schlampereien im Umgang mit öffentlichen Geldern hinweisen. Wenn die Jungs Kohle dafür bekommen haben, den Pekinger Platz aufzumöbeln, hätten sie vorab kalkulieren müssen, wie teuer der Spass wird oder was sie für eine fixe Summe leisten können. Ein bischen auf einem Pflastersteinring rumklopfen, der von den darunterliegenden Wurzeln deformiert wird, um für einige Wochen den Eindruck einer Sanierung hervorzurufen, ist unseriös. Daher Dank an alle virtuellen Kiezwächter, die solche Possen im Web breittreten. Ich bin gespannt, ob man (hier) jemals einen substanziellen Kommentar vom Auftragnehmer dazu lesen wird.

  • Kalle

    Haha, das mit dem Pfandflaschenautomat beim Edeka ist gut! Kann ich mir gut vorstellen. Mittlerweile geh ich da fast nicht mehr einkaufen, der Automat spinnt eh fast immer oder ist ständig voll, ständig sind die Hälfte der Sachen die ich einkaufen will ausverkauft und wenn ich dann an der Kasse brav in der Schlange steh und immer wieder seh wie sich die Asozialen rechts vorbeidrängeln als wäre es das natürlichste der Welt (weil natürlich 20 Leute alle an der linken Kasse anstehen und NIEMAND an die rechte Kasse will – lol) krieg ich jedesmal eine solche Wut in mir, das ich den Rest des Tages schlechte Laune habe und selbst das Risiko birge, andere zu Schaden kommen zu lassen. 🙂

    Im Netto am Leo einkaufen ist wirklich viel entspannter, auch wenn der Weg etwas weiter ist.

  • Detlef

    Zitat Kalle: „Im Sprengelkiez macht sowieso eine kleine Clique mit den Gelder was sie will. Damit hab ich mich in den letzten Jahren längst abgefunden.“

    Die Gelder für die jeweiligen Projekte werden von einem Ausschuss im Quartiersrat vergeben. Welche Projekte mit welchen Geldbeträgen unterstützt werden wird also alles im wählbaren Quartiersrat entschieden. Das erwähnte Gremium wird regelmäßig von den Kiezbewohnern gewählt, vorher findet sogar immer eine Informationsveranstaltung statt, auf der sich die Kandidaten vorstellen. Wie kann es also sein, dass nur eine kleine Gruppe entscheidet was mit den Geldern passiert? Eine kleine Gruppe stellt für mich eine Minderheit dar, die dürfte ja aber nur schwer eine Wahlmehrheit erreichen können. Wenn nun also eine kleine Gruppe scheinbar den Quartiersrat zu „kontrollieren“ scheint, wo ist dann der Rest der Kiezbewohner? Wieso schreien diese nicht – wie auch hier – auf und sorgen bei den kommenden Wahlen dafür, dass diese Gruppe keine Chancen mehr hat, die Gelder nur für die eigenen Zwecke zu benutzen.

    Was ist wohl der Weg, der eher zu einer Lösung führt? Sich in einem von Millionen Blogs im Internet darüber zu beschweren, wie furchtbar ungerecht der Quartiersrat bzw. die Vergabe der Gelder doch ist, oder aber sich mit ein paar Gleichgesinnten eventuel selber der Wahl in dieses Gremium zu stellen und damit aktiv etwas zu ändern? Wenn hier bis jetzt nur eine kleine Menge entscheidet müsste ja hinter den Kritikern eine riesige Masse von ähnlich Denkenden stehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die richtigen Personen sich das Blog im Internet raussuchen ist gering, da hat man im Quartiersrat direkt denke ich mehr Chancen wirklich etwas zu ändern. Es ist nur die Frage, ob man hier wirklich etwas ändern möchte, oder es hier eher um das meckern an sich geht.

  • Kalle

    Ach Detlef… Wollen wir da jetzt wirklich drüber diskutieren? Vielleicht glaubst du ja wirklich daran was du schreibst – die Realität sieht anders aus. Die meisten Leute im Kiez bekommen nicht mal mit dass Quartiersratwahlen stattfinden, geschweige denn dass die eine Ahnung haben was da für Gelder vorhanden sind. Deshalb geht auch niemand zu den Quartiersratswahlen, außer den Verwandten / Freunden der Leute die sich aufstellen und wählen lassen. Die meisten Leute im Kiez surfen auch nicht in Blogs rum oder hängen im Sprengelhaus ab, die haben nämlich ihre ganz eigenen Probleme. Der Quartiersrat und das QM sind wirklich lächerlich.

  • Detlef

    Wenn mich etwas stört, dann muss ich auch ein gewisses Interesse zeigen, damit ich etwas ändern kann. Hier mit Desinteresse zu argumentieren finde ich irgendwie bisschen belustigend. Hier beschweren sich Leute darüber, dass eine kleine Gruppe ihr eigenes Süppchen kocht und als Grund dafür, dass man nicht gegen an geht wird Desinteresse und andere Probleme angegeben. Irgendetwas passt da nicht, denn wenn ich etwas ändern will muss ich doch ein gewisses Interesse zeigen oder sagen mir ist das nicht so wichtig und ich lass das auf sich beruhen, dann darf man sich doch aber hinterher nicht beschweren, dass man selber nicht einmal gefragt wurde. Meine Frage ist nun, ob es in einer aktiven Gemeinschaft, die etwas ändern will immer nur darauf ankommt, dass nur eine Seite informiert, und die andere Seite informiert wird. Warum nicht mal selber hinsetzen und sich informieren. Wenn ich mich immer hinsetze und darauf warte, dass jemand vorbeikommt und mir alles vorkaut, wird das auf dauer zu nichts führen. Aber wenn ich schon die Energie aufbringe und hier lange Texte schreibe und mich darüber auslasse, warum geh ich dann nicht zum Quartiersrat sage, dass ich mich aufstellen möchte und kandidiere. Dann mache ich es genauso wie der kleine Kreis und informiere meine Freunde/Verwandte. Wenn das bei so einem kleinen Kreis funktioniert warum dann nicht bei jeder anderen Gruppe auch? Ich kann mich doch nicht darauf verlassen, dass andere mich darüber informieren, dass Wahlen statt finden. Das kann doch jeder auf der Homepage vom Quartiersrat und einigen anderen Homepages im Sprengelkiez ablesen.

    Ich stelle mir dieses Szenario grad mal auf Deutschland übertragen vor. Da beschwert sich dann der SPD-Spitzenkandidat, weil die CDU ihn nicht darauf hingewiesen hat, dass Wahlen sind? Da könnte die SPD aber einpacken und würde von sämtlichen Zeitungen des Landes zerrissen werden, da sie sich nicht selber informiert haben.

    Warum gilt das nicht auch im kleineren Kreise? Dass Wahlen statt finden wird auf mehreren Plattformen publiziert. Klar muss man sich vielleicht mal anstrengen und sich selber informieren, aber wenn ich die Zeit habe, mich hier lang und breit regelmäßig über Projekte vom Quartiersrat zu beschweren. Warum kann ich dann nicht ein oder zweimal in der Woche die 2 Minuten Zeit investieren, um mich kurz mal auf der Quartiersratsseite um zu sehen. In einem anderen Post wird sogar eine weitere Email-Adresse genannt bei der Informationen eingeholt werden können, zusätzlich fallen mir auf Anhieb mehrere Seiten im Netz ein, die über QM-Wahlen informieren. Ich kann mich in die Newsletter Liste eintragen lassen und werde dann pünktlich zur Wahl informiert, dass ich kandidieren bzw wählen kann. Auch im Kiezboten wird über die Wahl informiert, bei Ernst wurde auch schon oft beim abendlichen Bier über die Wahl diskutiert und irgendwie bekommt es so gut wie jede Organisation in unserem Kiez auch mit, dass diese Wahlen sind. Ich für meinen Teil werde sogar von meiner Hausverwaltung über die QM-Wahlen schriftlich informiert. Also tut mir leid, ich finde es dann für Interessierte fast schon schwer, dass man nichts mitbekommt. Außerdem werden Termine ohne Ortsangaben relativ schnell im Veranstaltungskalender vom QM gefunden. Dies setzt voraus, dass diese Seite ja regelmäßig gelesen wird.

    Also man muss vielleicht mal festlegen, was man hier bezwecken möchte. Eine Änderung? Kein Problem ich setze mich noch heute mit dem QM in Verbindung und trage die hier kritisierten Punkte vor. Nur dann sollte man sich vielleicht vorher Gedanken machen, ob man überhaupt Lust hat etwas zu ändern und bereit ist die damit verbundenen Anstrengungen auf sich zu nehmen. Ich finde es auch Schade, dass immer die gleichen im Quartiersrat sind, sehe das Problem aber woanders. Daher meine Frage, möchte man hier einfach nur über das QM meckern oder aktiv etwas ändern? Denn dann sollte man die Probleme auch AKTIV angehen und nicht PASSIV rumsitzen und auf Reaktionen von anderen warten. Denn ich sehe bis jetzt viel Gemecker und wenig Engagement wirklich etwas zu ändern.

  • Kalle

    Na wer wird denn gleich in die Luft gehen? 🙂

    Ich meckere nicht, ich sag nur wie ich die Sache sehe. Im Grunde ist es mir wirklich inzwischen scheiß egal was der Quartiersrat hier im Kiez macht, da eh immer die gleichen Projekte für die gleichen Nutznießer gemacht werden, oftmals genau von den Leuten, die auch im Quartiersrat sitzen und so auch ihre eigenen Interessen verfolgen. Und da macht es auch keinen Unterschied, ob sich jetzt hier ein oder zwei Leute mehr zu Wahl stellen, wenn sie dann in den Sitzungen eh überstimmt werden. Wenn man sich die Mitglieder des Quartiersrat anschaut, dann kann man (von den neuen Mitgliedern abgesehen) ganz klar Strukturen und Interessengruppen ausmachen und viele Leute, die immer gemeinsam in gleicher Weise abstimmen werden aus Gründen die ich jetzt hier nicht weiter auführen werde.

    Ich kenne persönlich zwei Leute hier aus dem Kiez die sich bereits vor ein oder zwei Jahren an das Quartiersmanagement gewandt haben und unter anderem um mehr Transparenz auf der QM-Webseite baten, insbesondere bei der Information über die Fördermittelverwendung. Geändert hat sich aber immer noch nichts. Es wird lediglich aufgeführt welche Projekte welche Gelder erhalten haben, was die Projektveranstalter jedoch mit den Geldern im Einzelnen gemacht haben erfährt man nicht, und manchmal hat man den Eindruck, dass weiß nicht mal das Quartiersmanagement so genau.

    Ich glaube ich kann von mir sagen, dass ich zu den Leuten hier im Kiez zähle, die noch am häufigsten auf Webseiten rumsurfen, die sich mit dem Sprengelkiez beschäftigen. Trotzdem hab nicht mal ich vom letzten Kiezfest auf dem Sparrplatz gewusst. Ich meine versäumen tut man da ja nichts, ist es im Grunde ja jedes Jahr nur sowas wie eine Messe, wo jeder seinen Stand hat und sich selbst mal wieder in Szene setzen kann. Wie viele andere Veranstaltungen hier auch. Aber viele haben nicht mal Internet, oder ihnen fehlt die Zeit neben dem Beruf sich regelmäßig umfassend zu informieren. Wie sollen die dann erst davon erfahren? Deine Hausverwaltung ist ganz sicher die einzige, die da einen Aushang macht. Meine Hausverwaltung hab ich das letzte Mal vor fünf Jahren zu Gesicht bekommen. 🙂

    Aber stört mich das jetzt? Nein, nicht mehr. Mich stört höchstens wenn man so tut als würde / könnte hier der gesamte Kiez entscheiden, und als ob die Entscheidungen nicht nur wenigen zu Gute kämen.

    Will ich das ändern? Nein. Ich werd mich bestimmt nicht zur Wahl in zwei Jahren stellen um festzustellen, dass es sich nicht ändern lässt weil immer noch ein Dutzend Quartiersräte weiter machen wie bisher.

    Was ich mit meiner Aussage bezwecken möchte? Gar nichts. Ich hab nur grad nichts besseres zu tun als meinen Senf zu Themen dazu zu geben, die viele nicht mal interessieren. Aber vielleicht denkt ja der eine oder andere doch mal drüber nach ob manches hier im Kiez wirklich so ist, wie es sich nach außen hin präsentiert. 😉

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