Tierbeobachtungen in Berlin. Schildkröten, Biber, Fuchs und Vögel

Schildkröten im Plötzensee – Täuschen die Augen, oder liegen da wirklich Schildkröten auf einem treibenden Baumstamm? Eine Schildkrötenfamilie im Berliner Plötzensee nutzt den sonnigen Tagesanfang für ein ausgedehntes Sonnenbad mit Schwimmeinlagen rund um ihren Treibinsel. Ein unerwarteter Anblick. Das Vorhandensein einer ganzen Familie weist darauf hin, dass die Tiere hier heimisch geworden sind und offenbar sogar die Winter überstehen, wie Beobachtungen in den Folgejahren belegen. Die meisten Spaziergänger sehen die Schildkröten nicht.  Vielleicht nimmt man nicht wahr, womit man nicht rechnet. Doch mittlerweile sind die Schildkröten in mehreren Berliner Gewässern heimisch geworden.  An heißen Tagen im Sommer ist das Strandbad Plötzensee gut besucht und auf den Grünflächen um den See sind trotz der Einzäunung viele Leute, die hin und wieder ein Bad nehmen. Mit dem Rummel scheinen die Schildkröten klar zu kommen. 26. 4. 2009

Schildkrötenfamilie

Schildkrötenfamilie

Vater und Sohn oder Mutter und Tochter?

Vater und Sohn oder Mutter und Tochter?

Naturbeobachtung: Brütender Schwan im Tiergarten.

28. 3. 2010. Berlin. Im Berliner Park Tiergarten, auf einer Insel im Neuen See, brütet ein Schwan.

2010. Brütender Schwan

2010. Brütender Schwan

Schwan mit Küken. Ach, wie süß!
31. 5. 2010

Weniger am Wetter als an den überall auftauchenden Küken der Enten und Schwäne ist erkennbar, dass der Frühling vorherrscht. Es ist die beste Zeit, um mit der Kamera auf die Pirsch zu gehen. Das geht übrigens besser in der Stadt als auf dem Land. Die städtischen Tiere sind überhaupt nicht scheu, während die Landtiere bemüht sind, eine große Distanz zu den Menschen haben. Zumindest kann man das von den Berliner Tieren behaupten.

Schwimmender Schwan mit Küken

Schwimmender Schwan mit Küken

Schwan mit Küken

Schwan mit Küken

Woher kommen die Schildkröten des Plötzensees? Berlin.
2010

Schildkröten in Berliner Gewässern muten fremdartig an. Doch aufmerksame Beobachter können sie mittlerweile in diversen Teichen der Stadt beobachten. Im vergangenen Jahre sichteten wir erstmalig die Schildkröten im Plötzensee im Berliner Ortsteil Wedding. Der Plötzensee gehört zu den Rehbergen, einem Park, der über den Hohenzollernkanal mit dem Tegeler Forst und dem Tegeler See verbunden ist.

2010. Berlin. Berlin-Mitte. Wedding. Plötzensee. Fauna. Tiere. Reptilien. Schildkröten.  (Testudinata, Testudines)

2010. Berlin. Berlin-Mitte. Wedding. Plötzensee. Fauna. Tiere. Reptilien. Schildkröten. (Testudinata, Testudines) Foto: Thomas Gade

Wir dachten, dass der lange Winter den Schildkröten den Garaus gemacht hätten, doch weit gefehlt. Bei einem gestrigen Spaziergang um dem Plötzensee entdeckten wir insgesamt 11 Rotwangen-Schildkröten. In einem anderen Gewässer der Rehberge ’nur‘ zwei. In einem Tümpel im Tiergarten wurden ebenfalls mehrere gesichtet, die friedlich neben einem Graureiher auf einem im Wasser treibenden Baumstamm hockten.

2010.  Neugierige Schildkröte im Plötzensee. Foto: Thomas Gade

2010. Neugierige Schildkröte im Plötzensee. Foto: Thomas Gade

Offenbar werden die Schildkröten in Berlin heimisch. Es ist kaum anzunehmen, dass so viele von Ihnen ausgesetzt wurden. Sie vermehren sich. Neben den ausgewachsenen Exemplaren sind kleine Schildkröten zu sehen.

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Berlin. Raubvogel mitten in der Stadt. Der Bussard.
6. 3. 2012

Mit dem 300mm Teleobjektiv an der Kamera ging es kurz vor Sonnenuntergang zum Nordufer am Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal im Berliner Ortsteil Wedding. Vielleicht würde auf dem schmalen Grünstreifen einer der hier herum strolchenden Füchse vorbeikommen. In den Grünanlagen des Sprengelkiezes sind solche Begegnungen nicht ungewöhnlich.

Doch diesmal beäugte mich gelassen ein großer Raubvogel von seiner Warte auf dem Ast eines kleinen Baumes. Der Bussard ließ sich von den wenigen Spaziergängern auf dem Pfad am Kanal nicht aus der Ruhe bringen und hatte offenbar keine Bedenken gegen die große Kamera, die auf ihn gerichtet wurde. Selbst das langsame Schreiten um den Baum in eine lichttechnisch bessere Position kümmerte ihn nicht. Nach einer Weile beschloss der Vogel wegzufliegen. Na dann, dachte ich, ist er gleich weit weg. Doch der Bussard hatte anderes vor. Er flog nur ein paar Meter weiter. Die blaue Querstange einer großen Schaukel schien ihm der rechte Ort für seine nächste Rast zu sein. Inzwischen hatte sich ein älterer Türke zu mir gesellt.
„Der Raubvogel wartet auf die Mäuse und Ratten, die hier abends in großer Zahl rumhuschen. „, meinte er. Das konnte stimmen, denn krank sah der Bussard nicht aus und die kleinen pelzigen Nagetiere waren hier reichlich vorhanden. Dann erschien ein Mann mit einem kleinen Kind im Kinderwagen. Er vermutete, dass der Bussard während der noch kurz zurückliegenden Frosttage von Menschen gefüttert wurde und deswegen seine Scheu verloren hatte. Auch das konnte stimmen.

Viele Berliner sind sehr tierlieb. Es kümmert sie nicht, dass wilde Tiere nicht angefüttert werden sollen. Bei Kälte und Schnee werden die gefiederten Nachbarn bestens versorgt. Da kann es schon vorkommen, dass Enten nur noch müde auf zugeworfene Brotstücken reagieren, weil ihr Wänste bereits voll sind, und an jedem Strauch hängen Meisenknödel.

Raubvogel - Bussard

Raubvogel – Bussard

Unsere zahlreichen Aufnahmen von verschiedenen Vögeln sind im Internet zu finden. Zugvögel auf den Sammelplätzen, Kormorane in einer Brutkolonie, Störche in Linum, Haubentaucher, Enten, Blesshühner, Möven und Raubvögel.

Fotoarchiv - Fauna - Vogel

Fotoarchiv – Fauna – Vogel

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Ein Graureiher beim Abflug

20. 3. 2011

In der Hauptstadt Berlin mit ihren vielen Grünanlagen, Parks und Gewässern ist es gar nicht schwer, interessante Naturbeobachtungen zu machen. Am Plötzensee im Ortsteil Wedding sind viele Vögel zu finden, die Gewässer benötigen. Dazu gehören Kormorane, Graureiher, Haubentaucher, Enten aller Art und Blesshühner.

Die nachfolgenden Bilder von einem Graureiher wurden während eines Spaziergangs gemacht, der eher zum Fotografieren von Krokussen, Schneeglöckchen und sonstigen Frühlingsboten gedacht war. Kamera: Pentax K-5, Objektiv: Tamron SP 2.5 / 90mm (model 52BB), Einstellungen: ISO 400 – 1/1600 Sekunde

Trotz der ungewöhnlichen Objektivausstattung sind die Bilder gut geworden. Eine längere Brennweite wäre günstiger gewesen, doch die hohe Schärfe des exzellenten Objektivs und die 15 Millionen Pixel boten genug Spielraum für hochqualitative Ausschnitte. Dazu trug bei, dass die Pentax K-5 mit ISO 400 saubere rauscharme Bilder lieferte, die bei korrekter Belichtung keine Schwächen in den Lichtern und Schatten zeigten. Mit dem Vorgänger, der Pentax K-7, wären die letzten beiden Aufnahmen nicht befriedigend gelungen, weil deren Bilddateien nicht den notwendigen Spielraum zum Aufhellen der im Schatten liegenden dunklen Unterseiten der Flügel geboten hätten. Dort wäre nach dem Aufhellen weniger Zeichnung vorhanden und vor allem ein unangenehmes Rauschen, das bei der Pentax K-5 unter diesen Umständen nicht mehr auftritt.

Der Graureiher fliegt los.

Der Graureiher vom Plötzensee fliegt ab.

Graureiher im Flug

Graureiher im Flug

Vogelbeobachtungen in der Stadt

21. 11. 2010

Birdwatching in der Stadt? Das geht gut. Man kann auch dort reichlich Vögel finden. Beim Spaziergang am Nordufer und um den Plötzensee im Berliner Bezirk Wedding sind Reiher, Kormorane, Enten, Blesshühner, Haubentaucher, Spatzen, Tauben, Krähen, Meisen und viel mehr zu sehen. Selbst der Eichelhäher, den man eher im Wald vermutet, treibt sich hier herum.

Am Berlin-Spandauer-Schiffahrtskanal, dem Hohenzollernkanal, beim Westhafen und am nahe gelegenenen Plötzensee sind Graureiher keine Seltenheit. Fast immer sind welche am Plötzensee zu sehen. Sie stehen am Ufer, auf dem verlassenen Badesteg des Strandbads Plötzensee oder auf den oberen Ästen der Bäume. Graureiher sind scheue Vögel, doch in der Stadt haben sie sich an Menschen und Hunde gewöhnt. Dennoch achten sie darauf, rechtzeitig davonzufliegen, wenn man sich ihnen nähert und keinen Mindestabstand von ca. 50 Metern einhält.

Ein Erpel nutzt den selten Sonnenschein des November zur ausgiebigen Körperpflege.

Ein Erpel nutzt den seltenen Sonnenschein im November zur ausgiebigen Körperpflege.

Ein Spatz am Nordufer.

Ein Spatz auf einem Zweig am Nordufer.

Krähe

Krähe

Graureiher

Graureiher

Graureiher

Graureiher

Eichelhäher

Eichelhäher

Vogel

Vogel auf Wurmsuche

Biber am Pohlesee

16. 5. 2012

Wir machten eine Arbeitspause auf einem Steg am Pohlesee. Die Sonne schien. Die Betreiberin des Liegeplatzes hatte Kaffee gekocht. Wer einen haben wollte, konnte sich bedienen. Nur wenige Boote waren nach der witterungsbedingten Winterpause wieder im Wasser. Trotz des warmen Sonntags war noch wenig los. Wir hatten die dicke Winterplane von unserem Boot gezogen, es gereinigt und dann das nachvernähte Stoffverdeck aufgespannt. Nach dem Waschen war es etwas eingelaufen und es hatte Mühe bereitet, es wieder auf das Gestänge zu ziehen ohne einen Riss zu verursachen. Nach dem nächsten Regen würde es sich ‚zurecht trocknen‘ und besser sitzen. Unsere Winterplane aus dickem undurchlässigen Material war bereits abgewischt und trocknete ausgebreitet auf einer Hecke.

Kaffee auf dem Steg

Kaffee auf dem Steg

So saßen wir entspannt am Ufer, sonnten uns und beobachteten die wenigen bereits fahrenden Boote. Die Brötchen mit dem gegrillten Hackfleisch und der Nachtisch aus Schokoröllchen waren bereits vertilgt als die ersten Blesshühner erschienen, um auszuspäen, ob es etwas abzustauben gab. Sie hatten die Papierstüten gesichtet, aber es war zu spät. So paddelten sie wieder fort, nicht ohne zunächst ein Entenpärchen zu vertreiben. Im Hintergrund monologisierte jemand über Schweden. Dort soll es verboten sein unter Strommasten zu wohnen, hörten seine Tischnachbar, die sich durch das ungewöhnlich warme Märzwetter und das Plätschern des Wassers in eine Art Trance begeben hatten. Beginn und Ende des Vortrags waren eher vergessen als gehört. Was blieb war die gemütliche Freundlichkeit der Stimme, die zum allgemeinen Wohlbefinden beitrug.

Wir dämmerten gemütlich auf unseren Plastikstühlen auf einem schwimmenden Steg, hypnotisiert von der ins Gesicht scheinenden Sonne und ihren Reflexen auf dem Wasser. Der Steg dümpelte in den Miniaturwellen des ruhigen Pohlesees an der Grenze der Wahrnehmbarkeit dahin. Der Wert dieses Hilfsmittels und der Umstände zur Aktivierung einer tiefen Entspannung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Biber im Pohlesee

Biber im Pohlesee

Fast wäre uns der nächste Besucher entgangen, doch ein leises Plätschern verriet ihn. Ein Biber schwamm keine zwei Meter entfernt. Das Nagetier mit dem paddelähnlichen Schwanz zog entpannt vorbei, offenbar auf Erkundung nach etwas Verwertbarem. Unser Ruf in Richtung der am Ufer sitzenden Gruppe weckte keine Neugier. Der Biber war hier nicht ungewöhnlich, kein Grund die Kaffeetafel zu verlassen, bzw. den Bewußtseinszustand zu wechseln.

Die Begegnung machte ein weiteres Mal deutlich, dass Berlin eine Wasserstadt mit einer reichhaltigen Flora und Fauna ist.

 

Zwei Schwäne mit acht Küken – Video

23. 5. 2011. Berlin. Berlin-Mitte. Nordhafen. Im vergangenen Jahr hatte dieses Schwanenpaar vier Küken, die nach und nach starben. In diesem Jahr versucht das Paar den Verlust wett zu machen und schwimmt mit acht Küken auf dem Berlin-Spandauer-Schiffahrtskanals zwischen dem Westhafen und dem Nordhafen hin und her. Zu Fressen gibt es genug. Die Passanten freuen sich und bringen reichlich Brot mit. Eigentlich ist das Füttern verboten und in dieser Jahreszeit unnötig, doch die Berliner sehen das anders.

Zur Technik: Aufgenommen mit der kompakten Sony DSC-HX5 freihand.

 

Graureiher auf dem zugefrorenen Tegeler See

27. 2. 2011 – Berlin. Tegel – Fauna. Vogel – Auf dem zugefrorenen Tegeler See versammeln sich Graureiher um einen Angler, der auf dem Eis hockt und an einem Eisloch angelt. Die Graureiher können nicht selber Fische fangen und warten darauf, dass sie die Beute des Anglers bekommen. Letzterer hockt seelenruhig auf dem brüchigen Eis und läßt sich von den Reihern nicht aus der Ruhe bringen. (Vogel, Vögel, Winter)


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22. 5. 2011

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Revierstreitigkeiten – Ein Bussard provoziert Elstern

6. 4. 2012

Berlin. Im Bezirk Kreuzberg entwickelte sich ein Drama der Tierwelt. Der Naturbeobachter M. Fröhlich wurde beim Blick aus dem Fenster Zeuge einer Auseinandersetzung. Ein Bussard hatte sich mit seiner Beute auf einer Mauer niedergelassen, was den Elstern in der Umgebung nicht entgangen war. Wie alle Rabenvögel sind Elstern dreist und kampflustig. Zudem organisieren sie sich gerne mit anderen zu zahlenmäßig beeindruckenden Streitgruppen. Der Bussard mit seiner leckeren Beute provozierte sie. Einerseits mochten sie ihn nicht in ihrer Nähe haben, andererseits hätten sie ihm gerne seine Beute abgenommen. Zwei gute Gründe, um ihn ein bischen unter Druck zu setzen. Von allen Seiten näherte sich die Elstern. Sie saßen in den Bäumen über ihm und einige hüpften auf der Mauer dicht heran. Ihre spitzen Schnäbel kann auch der große Bussard nicht mißachten.

Bussard mit Beute und Elstern

Bussard mit Beute und Elstern – Foto: M. Fröhlich

Unter Beobachtung der lauernden Elstern verspeiste der wachsame Bussard seine Beute. Dann entwickelte er eine Fluchtstrategie. Im dichten Zweiggestrüpp konnte er nicht wegfliegen. Mit seiner Spannweite wäre er nicht wendig genug gewesen. Die Elstern hätten sofort angegriffen. Er hüpfte auf Ästen nach und nach höher und bot den Elstern keine Möglichkeit des leichten Zuschlagens. Am Wipfel angekommen, hatte er freie Bahn und flog er weg.

Eine Antwort auf Tierbeobachtungen in Berlin. Schildkröten, Biber, Fuchs und Vögel

  • xrider

    Wildlife in Berlin. Also, … Jetzt fehlen noch ein paar Jäger mit ihren Flinten und die erste Sichtung von Wölfen außerhalb der zoologischen Gärten. Trotzdem sind das ganz nette Beobachtungen im städtischen Bereich. Den Biber finde ich geil. Ist der wirklich echt? In der Pinte am Plötzensee gibt es demnächst wieder Schildkrötensuppe, vermute ich.

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