Eis betreten verboten! Der Plötzensee wurde eingezäunt.

Da ein öffentlicher See noch immer eingezäunt ist, holen wir einen alten Beitrag dazu aus der Versenkung. (Ersterscheinung 19. 2. 2009)

Berlin. Im Berliner Bezirk Wedding befinden sich der Park Rehberge. Dazu gehört der Plötzensee,  der von den ansässigen Berliner gerne zum Baden und im Winter zum Eislaufen genutzt wird. An einem Ufer liegt die Badeanstalt Plötzensee mit Strand und einigen Strandkörben. Auf der gegenüberliegenden Seite des See befindet sich eine Terrasse, die im Sommer Schauplatz von Grillpartys ist. Die meisten dieser Treffen laufen gesittet ab. Dennoch ist das ist nicht erlaubt und angesichts der Vandalismusschäden, die einige unbesonnene Besucher während ihrer nächtlichen Gelage der Anlage zufügen, begreiflich.

Viele Besucher gehen aus verschiedenen Gründen nicht in das Freibad und baden an anderen Stellen. Warum auch nicht? Auf den Wiesen um den Plötzensee liegen Parkbesucher, die sonnen. Das dem Freibad gegenüberliegende  Ufer wird ab Mittag bis Abends von der Sonne beschienen.  Für Menschen, die tagsüber arbeiten, und das Freibad ohnehin nicht nutzen können, ist der (spät-)abendliche Sprung ins kühle Nass während der heißen Sommermonate eine willkommene Erfrischung.

2007 begann der Bezirk damit, einen großen Teil des Seeufers mit einem stabilen Zaun zu umgeben, der einen ungehinderten Zugang zum Ufer verwehrt. Diese Maßnahme wurde 2008 mit der nahezu vollständigen Einzäunung des Sees abgeschlossen. An einigen Stellen wurden Schilder mit der Aufschrift ‚Eislaufen verboten‘ , ‚Angeln verboten‘ und ‚Baden verboten‘ angebracht.

So war es einmal. Der ungehinderte Zugang lud im Winter zum Schlittschuhlaufen und zum Baden ein.

Eishockey auf dem Plötzensee

Eishockey auf dem Plötzensee

Der ungehinderte Zugang lud im Winter zum Schlittschuhlaufen und zum Baden ein.

Der ungehinderte Zugang lud im Winter zum Schlittschuhlaufen und zum Baden ein.

6. 11. 2005. Berlin. Berlin-Mitte. Wedding. Park Rehberge

6. 11. 2005. Berlin. Berlin-Mitte. Wedding. Park Rehberge

Der Zaun:

Ein paar Uferregionen mit Schilf, vor allem am Nordzipfel sind Brutstätten für Vögel und bieten anderen Tieren Unterschlupf. Soweit ich das Verhalten der Plötzsenseebesucher der vergangenen Jahre beobachten konnte, wurden diese Bereiche anständig gemieden. Eine Erneuerung der Zäune um diese Bereiche und eventuell der Bojenketten im Wasser davor,  die Tret- und Ruderboote  daran hindern sollen, dort hineinzufahren, wären Aktionen, die das Verständnis der Bürger hätten.

Aber eine nahezu komplette Einzäunung? Wer läßt sich ernsthaft davon abhalten, den zugefrorenen See zu betreten?  Der  Zaun wird die nach Erfrischung suchenden Besucher des Parks nicht daran hindern,  ein Bad zu nehmen, wie bereits zu beobachten war.  Es ist  anzunehmen, das der Zaun nach und nach demontiert wird, was mit Hilfe eines Standardwerkzeugs einfach zu bewerkstelligen ist.

Zaun um den Plötzsensee

Zaun um den Plötzsensee

Betreten der Eisfläche verboten

Betreten der Eisfläche verboten

Die Schilder ‚Betreten der Eisfläche verboten‘ werden niemanden daran hindern, dünnes Eis zu betreten. Und wenn der See gut zugefroren ist, warum sollte man ihn dann nicht zum Eislaufen nutzen?

 

15 Antworten auf Eis betreten verboten! Der Plötzensee wurde eingezäunt.

  • Michael Stiller

    Der Weg um den Plötzensee gehört seit vielen Jahren zu meiner Lieblings-Joggingstrecke. Der Park ist schön und man kann von dort aus in die Rehberge weiterlaufen. An den heißen Sommerabenden sieht man viele Berliner aus der Nachbarschaft, die vom Ufer aus oder von der Terrasse, die dem Freibad gegenüber liegt, baden gehen. Doch begann der Bezirk im Jahr 2007 damit, den See einzuzäunen. Dieses Vorhaben ist mittlerweile abgeschlossen. Am Ufer stehen Verbotsschilder für das Baden, Angeln und Eislaufen. Wer angeln möchte, muss sich ein Boot in einer Gaststätte am See mieten und kann dort eine Angelgenehmigung erhalten. Das ist nicht ungewöhnliches, doch die Idee, Eislaufen und Baden zu verbieten und den See einzuzäunen, ist so grotesk, dass man den dafür Verantwortlichen eine heftige Rüge erteilen sollte. Wird nun jeder, der über den Zaun klettert, um zu schwimmen, kriminell? Der Plötzensee ist ein wichtiges Erholungselement im Bezirk Wedding. Wer sich anmaßt die Nutzung dieses schönen Badesees einzuschränken, setzt sich über die Bedürfnisse der Bürger hinweg.

  • Sabine Torff

    Hallo,
    ich habe genug kriminelle Energie und bin fest entschlossen über den Zaun zu klettern. Ich übe schon den lässigen Hüftschwung, um schneller das lästige Hindernis zu überwinden. Mich hält kein Zaun und kein Verbotsschild davon ab den See nach Belieben zu nutzen. Ich werde auch jeden auffordern, es mir gleich zu tun.
    Sabine

  • Mathias Torfstrasse

    Das ist ein Skandal, was da mit unseren Steuergeldern passiert. Uns wir immer mehr Freiheit genommen und Lebensqualität. Der See war ein Stück Eholung jetzt ist er zur Haftanstalt Plötzensee dazu gekommen.
    Wieviele Menschen können sich nicht die Badeanstalt leisten??? Keiner denkt an die vielen Hartz 4 Empfänger. Ich hoffe nur, dass der Zaun den Sommer nicht überlebt. Der See war immer frei zugänglich, für so einen Schrott hat Berlin Geld? Weg mit dem Zaun!!!

  • Sandra Müller

    Seit über 10 Jahren konnte ich frei in den Plötzen see schwimmen, und nun gibt es einen Zaun drum herum! Wofür? fragt man sich. Es stimmt schon, dass die Uferböschung immer mehr gelitten hat. Aber den See komplett einzuzäunen? Es ist nicht nachzuvollziehen, warum man nicht schwimmen darf, aus gesundheitlichen Gründen wohl nicht, da man es vom Freibad aus machen kann. Aber nein, Schwimmen ist nur erlaubt, wenn dafür bezhalt wird! und nicht wenig. Das ist eine unerträgliche Kommerzialisierung des öffentlichen Raums!!! Die Natur gehört uns doch alle! Es wäre doch einfach, einen freien Zugang zu schaffen, der die Böschung schützt, damit die Badenden keine „Schaden“ anrichten. Es ist wohl zu viel verlangt, dass das Bezirksamt die Bürger fragt.
    Nieder mit dem Zaun!

  • Sabine Diller

    Skandal!!
    Hunde können nun nicht mehr baden!! (außer den sportlichen, die haben´s dann ja auch verdient). Schade daß Vierbeiner nicht in´s Freibad dürfen, oder vielleicht ja doch, denn die Fkk-Wiese lässt der neue Badbetreiber (ja, der hat schon wieder gewechselt) so schön verwildern, daß da eigentlich nur noch Hunde liegen können. Gleichzeitig hat er dann noch den Morgentarif abgeschafft, so daß man dann für schlappe 4 Euro , tja was eigentlich, im See schwimmen darf. Geschickterweise renoviert er gerade jetzt die Toiletten im Fkk-Bereich.Bademeister sagt, daß muß sein weil alles schöner werden soll. O.K. Wenn die Kloschüsseln dann rosa sind und aus den Kaltduschen Himalayawasser rauscht sind 4 Euro ja ein Witz, zumal die Frau an der Kasse auch nochmal daraufhinweist, daß man ja schließlich länger als 2 Stunden bleiben kann.Und wenn man das nicht kann weil man arbeiten muß isses eh egal weil man dann ja schließlich genug Geld hat. Die meisten Badenden sind doch nackt, und da bleibt man doch eher mal am Zaun hängen. So würde ich jedenfalls als Freibad-Pächter denken und mir die Hände reiben….
    Wenn der ganze Quatsch dazu führen würde, daß keine Bierflaschen, Glasscherben,Zigarettenkippen usw. das Ufer verschandeln hätte das ganze ja noch einen Sinn. Dann wäre nächstes Jahr wohl die Krumme Lanke dran, dann der Schlachtensee, Tegeler See,…..
    Schön das man in einer reichen Stadt lebt in der Geld für sowas übrig ist!

  • Anna

    Man sollte ne Unterschriftensammling organisieren……….wo im Bezirksamt kann man sich beschweren?!

  • Sabine

    Ich würde es hier versuchen: umweltamt@ba-mitte.verwalt-berlin.de

    Viel Glück

    Sabine

  • Janne Stolz

    Eine Unterschriftensammlung ist seit gestern im Gange. Gesammelt wird v. a. auf der FKK-Wiese am Westufer des Sees. Allein in diesen zwei Tagen sind schon über 190 Unterschriften zusammengekommen. Wir werden nicht sang- und klanglos hinnehmen, daß der Badesee, den wir zum Teil seit deutlich über 20 Jahren nutzen, uns einfach weggenommen wird. Zeitgleich mit der Übergabe der Unterschriften an das Grünflächenamt des BA Mitte werden wir auch an die Presse gehen.
    Drückt uns die Daumen und kommt zum Unterschreiben auf die Wiese, wenn Ihr sowieso am See seid!

    Janne

  • Antje

    Die Zaunelemente lassen sich auch einfach entfernen, indem man an den Zaunpfählen die obere Edelstahlschraube löst und dann die Halterung aufklappt. Ich bin grundsätzlich total gegen eine Beschädigung von öffentlichen Dingen aber dieser Zaun müsste sofort demontiert werden, weil es den Interessen der Bürgern widerspricht. Außerdem sollte man der lauten Cocktailbar im Strandbad eine Lautstärkereduzierung für die schrecklichen Bässe abverlangen.

  • Willy

    War vorgestern mal da. Der Zaun ist echt scheiße. Genauso nervig war der Müll auf dem Rasen an der Steinterrasse, den eine feiernde spanischsprechende Gruppe, die dort mit Grill, Stereoanlage und bezinangetriebenem Stromerzeuger aufgetaucht war, hinterlassen hat. Zaun hin oder her, beknackten Typen, die sich nicht benehmen können, wird man damit auch nicht helfen können. Also reißt diesen Zaun endlich ab, damit man ohne Verletzungsgefahr durch das Klettern wieder in den See gelangen kann.

  • D. Roth

    Der Zaun muß weg, laßt uns den Plötzensee befreien ! Er findet es sicher auch ganz furchtbar so eingesperrt zu sein !
    Also: das „Befreiungskommando Plötzensee“ ist hiermit gegründet und hat drei Mitstreiter. Wann bauen wir gemeinsam und gewaltlos den Zaun ab ?

  • Hansi

    Man sollte in diesem Zusammenhang erwähnen, dass auch die anderen Gewässer im Park Rehberge, neben dem sich der Plötzensee befindet, eingezäunt sind. Da sie sich nicht zum Baden eignen, ist das nicht schlimm und die ungestörte Tierwelt (Wasservögel, Rotwangen-Schildkröten etc.) findet das bestimmt gut.
    Am Plötzensee jedoch müßten einige Uferbereiche vom Zaun befreit werden. Die Leute krabbeln ohnehin rüber und baden im See. Die amtliche Anmaßung, mit der beschlossen wurde, sie ‚rechtlich‘ auszusperren, ist übertrieben. Da gibt es ganz andere Probleme, die angegangen werden müßten. Grillen auf den Wiesen, Müll hinterlassen, freilaufende Hunde außerhalb der Hundefreilaufzonen erschrecken Jogger und dergleichen mehr.

  • Röschen

    Befreit den Plötzensee; nieder mit dem Zaun! Lieber sollten die Ordnungskräfte darauf achten, dass die Terrasse an sommerlichen Wochenenden nicht mit Benzingenerator und lauter Diskomucke beschallt wird. Am nächsten Tag sieht es dort dann immer aus wie Sau. Ich sah auch niemals jemanden, der die freilaufenden Hunde nebst ihren Besitzern freundlich aber bestimmt zum nahegelegenenen Freilaufgebiet leitete.

  • Nadja

    Als Neuzugezogene hat mich der Zaun nicht gleich gestört; ich kannte den Park nicht anders. Aber jetzt fällt er mir ständig auf. An einigen Stellen halte ich ihn für angebracht, um den Bewuchs am Ufer zu schützen, aber sonst ist er nur ein Hindernis, das überklettert wird und die Leute sitzen am Ufer und gehen baden. Fahrräder können gut am Zaun angekettet werden. Das muss man anerkennen.
    Für das kostenpflichtige Strandbad ist das wilde Baden nicht schön, aber deswegen kann man wohl kaum den gesamten öffentlichen Bereich um den See mal eben so mit einem Zaun absperren.

  • Michael

    Also der Zaun hindert niemanden am Betreten der Eisfläche, aber sicher die Polizei, die inzwischen des öfteren am Plötzensee steht, um die Leute von der Eisfläche zu holen. Eine Frechheit, einen öffentlichen See komplett einzuzäunen und den Bürgern zu verweigern.

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