Hamsterkäufe wegen Corona / Covid-19

Interessant wie aktuell in den sozialen Medien die Bevorratung für einige Tage mit Lebensmitteln wegen einer möglichen häuslichen Quarantäne zum egoistischen Hamstern abgestempelt wird. Heute war ich u.a. bei Aldi und sah vollere Einkaufswagen als sonst. Die Kassiererinnen riefen Kaufsummen zwischen 50-100 € auf. Also etwa doppelt so viel wie sonst. Auf den Laufbändern an den Kassen waren mehr Konservendosen mit Bohnen oder Eintöpfe zu sehen und Mehl, Nudeln, Zucker, Salz und nicht selten auch zwei Pakete Klopapier. In einer Drogerie waren Mittel zur Stärkung des Immunsystems und zur Bekämpfung von Infektionen begehrt. Was war daran auszusetzen?

Vorräte in der Speisekammer

Vorräte in der Speisekammer

Die Berichte aus anderen Ländern sind alarmierend genug und auch bei uns ist es nicht ausgeschlossen, dass die Lieferketten temporär nicht normal funktionieren oder Behörden Einschränkungen in der persönlichen Beweglichkeit verordnen, wie Quarantäne zu Hause. Man kann die entsprechenden Berichte ignorieren oder gar leugnen, aber Corona ist hochinfektiös und trotz viel Unklarheit über genannte Zahlen und Todesraten wohl gefährlicher als eine normale Grippe. Sonst würden Länder wie China, die USA, Italien und andere Länder deswegen nicht so stark reagieren.

Niemand ist an einer Wirtschaftskrise interessiert, die sich momentan anbahnt. Das globale Zulieferersystem funktioniert an manchen Stellen bereits nicht mehr mit weitreichenden Folgen. Die Aktienmärkte sind eingebrochen. Manche ignorieren und verharmlosen das und glauben nicht, dass die Corona Pandemie eine Veränderung im Alltag bewirkt. Das halte ich für naiv solange kein Impfstoff gegen die Krankheit auf dem Markt ist und noch nicht feststeht, ob wärmere Temperaturen und ein erhöhter UV-Licht Anteil durch mehr Sonnenscheinstunden die Verbreitung von Corona stoppt und es – wie SARS – von selbst wieder verschwindet. Macht es euch und den Helferstrukturen einfacher für den Fall einer möglichen Krise, indem ihr für einige Tage ohne Einkäufe auskommen könnt. Das ist nichts Verwerfliches, sondern vernünftig. (Quelle: Mein Beitrag auf Facebook vom 29.2.2020)

Reaktionen

Tatjana: Eine sehr vernünftige und rationale Einstellung. Nur ein Fehler: Die Bevorratung sollte MINDESTENS für vier, besser sechs Wochen reichen. Eine sinnvolle Quarantäne muss mindestens 3 Wochen dauern, da nicht alle gleichzeitig anfangen, sollte man mit vier Wochen oder sogar mehr rechnen. Ein Freund in Peking geht nun in die sechste Woche in seinem Appartment mit Familie in Quarantäne. Und im Übrigen: Selbst wenn Deutschland kampflos gegen das Virus aufgibt – wie es aussieht – dann braucht man die Vorräte spätestens dann, wenn die Wirtschaftskrise losgeht. Man wird noch für jede Dose Ravioli und jedes Pfund Reis im Haus dankbar sein… sagt mir mein Gefühl.

Christine: Das hier hat nichts mit etwas mehr einkaufen zu tun. Es bringt unsere Lebensmittelhändler in Lieferschwierigkeiten, es müssen Überstunden wegen einer Notlage genehmigt oder abgelehnt werden und viele Menschen arbeiten deutlich härter, werden aber nicht deutlich besser bezahlt. Und warum? Wegen einer irrationalen Angst vor einem Virus, der eher wie eine Grippe einzuschätzen ist, die  gewisse Medien anheizen. Ach, lasst doch den Hamster im Dorf! Und wenn nicht, dann kommt auch für die unnötigen Mehrkosten auf…  [ Ein Foto war beigefügt]

Tom: Hast du das so bei deinem inkauf vorgefunden? In meinem Bericht schilderte ich, was ich derzeit sehe. In den Läden, die ich besuchte, sieht es nicht so aus. Die Leute sind auch nicht aufgeregt oder kaufen irre Mengen ein.

Und ob die Bewertung eines Virus irrational ist oder nicht, überlassen wir doch den Leuten selbst, die mitbekommen, was in Wuhan oder auf Kreuzfahrten passiert und denen die Medien mitteilen, was bei uns passiert und noch geschehen kann.

Bei Markus Lanz und Ilner haben sich Virologen zum Thema geäußert. Sie wissen nicht, was auf uns zukommt, aber der Virologe Christian Drosten (Charitè) gab eine pessimistische Prognose. Große Messen werden abgesagt, was vernünftig ist, bis man den Virus besser versteht und auf ihn reagieren kann.

Jeder Haushalt, der jetzt vorsorgt, ist einer weniger, den die Helferstrukturen im Falle eine lokal verhängten Einschränkung der Bewegung sofort versorgen müssen. Wie soll das eigentlich geschehen? Wer soll das machen in diesem Staat? Das klappt auf keinen Fall von Heute auf Morgen. Es nimmt deshalb gehörigen Druck aus einer potenziellen Krise, wenn Lebensmittel und andere Versorgunggüter bereits in den Haushalten sind und man sich und ev. auch Nachbarn helfen kann.

Christine:  Hier sind in vielen Supermärkten Mehl, Zucker, Nudeln, Nudelsoßen weg. Dazu leere Regale beim Brot und Desinfektionsmitteln. Es ist ein sehr skurriles Bild und ich finde es nicht richtig, zumal die Verdachtsfälle kilometerweit weg sind… Eben weil nicht klar ist, was auf uns zu kommt, sind  Panik und Hamsterkäufe falsche Zeichen. Was nützt der tollste Hamsterkauf für Wochen, wenn du nicht mehr nach Hause darfst? Oder die hübsche Atemmaske, wenn es noch unentdeckte Wege der Übertragung gibt?

Tom:  Den Begriff Panik habe ich nicht gebraucht, weil ich sie nicht empfinde und auch in meiner Umgebung nicht wahrnehme.

Desinfektionsmittel kann man sich übrigens leicht und in großer Menge billig aus reinem Isopropanol herstellen. Ein 5 Liter Kanister kostet mit Versand zu dir bei Amazon etwa 20 € oder 10 Liter für 30 €. Es gibt keinen Mangel daran. Der Inhalt hat 99,9% und muss etwas mit destilliertem Wasser verdünnt werden, damit die Konzentration auf 70-75% sinkt. Erst mit dem Wasseranteil kann der Alkohol in die Bakterien und Viren eindringen und ist am wirksamsten. So einen Kanister kann man für sich und die Nachbarn bestellen und das Zeug in kleine Behälter oder Sprühflaschen umfüllen. Deine soziale Umgebung würde sich über eine Flasche sicherlich freuen, auch wenn sie vielleicht nur beruhigt und sonst keine Wirkung hat.

Unverständlich ist mir das Getue um die Masken. Jeder Staubsaugerbeutel aus Stoff in Allergikerqualität bietet den nötigen Stoff, um sich welche anzufertigen. Es gibt sicherlich noch ganz andere Stoffe, die mir nicht einfallen und leicht zu beschaffen sind. Wer eine Nähmaschine hat, kann ängstlichen Freunden damit leicht einen Gefallen tun.

Auf jeden Fall reduzieren die Masken die unbewüßten Berührungen der Hände mit den Lippen und der Nase. Eine Schutzbrille zum Radfahren oder Joggen könnte diese Funktion auch für die Augen übernehmen. Damit kann man gut trainieren, sich nicht so oft ins Gesicht zu fassen. Das ist das Geheimnis vieler Ärzte, die ständig von Kranken umgeben sind, ohne sich anzustecken.

Jun: Nun habe ich verstanden, warum Leute plötzlich von Hamstern sprechen 😁

Tom: Ich brauchte zwei Tage bis mir der Sinn solcher Post klar wurde. Bekommt du Berichte aus Korea, wie die Leute dort damit umgehen?

Jun: Momentan ist die Situation in Südkorea ziemlich schlimm, hauptsächlich wegen einer christlichen Sekte. Mitglieder dieser Sekte waren einige Weile in China, aber sie haben es verheimlicht. Plötzlich wurde die Zahl der Infizierten dramatisch erhöht, da diese Leute in einem engen Raum Gottesdienst machen. Aber viel Lebensmittel einkaufen oder so was passiert noch nicht, glaube ich.

Tom: Das habe ich gelesen. Die armen Leute. Deshalb sollte man aktuell Großveranstaltungen absagen, um die Ausbreitung zu bremsen, bis effektive Therapien verfügbar sind. Mit einer Imfpung ist in einigen Monaten zu rechnen. Die Test laufen schon.

Barbara: Ich bin froh, dass ich Mittwochabend noch gut eingekauft habe. Seither liege ich mit Husten und Erkältung grösstenteils im Bett. Nicht mit Covid-19 sondern mit irgendeinem dummen Erkältungsvirus, vermute ich…

Tom: Arme Barbara. Äpfel, Holundersaft und Gurgeln mit starkem Salzwasser helfen mir in solchen Fällen. Was tust du dagegen?

Ralf: Gute Besserung

Barbara: Tee mit Honig, Hustensaft mit Kodein für die Nacht, Emser Salztabletten, Nasentropfen, und vielleicht gleich auch eine Paracetamol gegen die Rippenschmerzen vom Husten. Und viel schlafen…

Hendrik: Hier alles normal. Potsdam.

Ralf: Ich denke ein wesentliches Problem ist, dass unser Wirtschaftssystem zu sehr auf Effizienz getrimmt ist und zu wenig auf Resilienz bzw. Widerstandskraft.

Tom: Das betrifft unsere gesamte Gesellschaft, in der auch immer mehr das Wissen verloren geht, wie Dinge zustande kamen. Man läuft auf Straßen, die unsere Vorfahren gebaut haben und von denen wir noch so viel mehr durch ihre Leistungen bekommen haben, um heute ein wohlversorgtes Leben zu führen. Aber die Dankbarkeit dafür und auch der Wille, dieses Erbe zu erhalten und selbst einen Beitrag zu leisten, um es zu pflegen und weiter zu entwickeln, geht verloren. Stattdessen beschäftigen wir uns mit political Correctness und ideologischen Mätzchen.

Gerade jetzt ist angesichts so vieler Baustellen eine solide und gute Regierung wichtig, die nicht ganz weit weg über dem Volk schwebt, doch haben wir stattdessen einen Haufen Egoisten, die sich gerne in Talkshows sehen und ihre Konkurrenten in der Politik beschimpfen.

Wenn ev. in einer möglichen Gesundheits- und Versorgungskrise demnächst Teile der Bevölkerung zur Hilfe mobilisiert werden müssen, könnte das am mentalen Widerstand derjenigen scheitern, die nur verteilen, aber gar nicht auf die Idee kommen, etwas beizutragen.

Peter: Tom, es hat auch etwas mit der Qualität der jetzigen Politikerkaste zu tun. Schau Dir Frau Göring-Eckert an. oder noch besser Frau Bearbok, die sich vor eine Kamera stellt und davon faselt wieviel Kobold wir für die Mobiltelefone verbrauchen. Taugt eben nicht in Chemie nicht aufgepaßt zu haben. Gut, das Periodensystem habe ich auch nicht mehr auswendig drauf. Aber Bildung scheint bei Linksgerichteten nicht mehr en vogue zu sein.

Wer aber tiefer gehen will und begreifen will, wie es dazu gekommen ist, sollte sich das Buch von Josef Kraus antun. Ich habe sehr viele aha-Erlebnisse gehabt beim Lesen (bin gerade damit durch). Kann ich nur empfehlen. Gut angelegte € 19,90. ISBN 978-0-944872-81-0

Bradley: Die Regierungen, geben zu wenig Auskunft. Es gibt einen Link zur Singapore Straits Times. Dort wird ein Beispiel genannt, welchem alle Laender folgen sollten, täglich ein neuer Bericht mit Info: https://bit.ly/2L6oUfn

Tom: Hier kursiert gerade die These, dass die Gefahr mit besserem Wetter abnimmt. Wie ist das in deiner Region, Bradley? Ihr habt ja noch relativ hohe Temperaturen im Vergleich zu uns.

Bradley: Hat nichts mit dem Wetter zu tun, es ist eine Art Grippe. Vorsorgen ist die beste Lösung (Hände regelmäßig waschen) und die Regierung muss die Bevölkerung auf dem Laufenden halten wie sie es in Singapore macht. Iran macht wohl eher das Gegenteil, die haben viel mehr Fälle als bekanntgegeben werden. Vielleicht nicht absichtlich.

Simone: Vor wenigen Monaten hieß so jemand noch Prepper und die „Prepper-Szene“ gilt als rechts.

Tom: In Berlin ist Corona angekommen. Bei mir im Haus wohnt ein junger Arzt, der im Krankenhaus arbeitet. Dort gibt es mehrere Fälle. Die meisten laufen wie Grippe ab, meinte er. Aber nicht alle.

Schreibe einen Kommentar