Fisch braten auf dem Balkon

Neulich stand ich beim Fischhändler auf einem Wochenmarkt. Er fragte mich: „Möchtest du einen kleinen Thunfisch haben? Einen für fünf Euro oder drei für zehn Euro.“ Preiswert, keine Frage. Die Ware sah gut aus und ich nahm einen mit. Zuhause nahm ich ihn aus, schnitt den Kopf, den Schwanz und die stacheligen Flossen ab und beträufelte den Thunfisch (Bonito?) nach dem Abwaschen innen und außen mit frisch gepresstem Zitronensaft.

Es war ein kalter und trüber Novembertag, an dem Fenster nicht lange geöffnet bleiben können. Vor dem Braten fragte ich mich, ob es unter solchen Umständen eine gute Idee war, den Fisch in der Küche zuzubereiten. Das Braten von Fischen in  geschlossenen Räumen ist meistens mit einer länger anhaltenden Geruchsentwicklung verbunden, die man gerne vermeiden möchte. Das gilt natürlich auch für einige andere Speisen.

Fisch in der Pfanne auf einem Gaskocher

Hat man einen Balkon, eine Terrasse oder einen Garten, brutzelt man einfach draußen. Vorbild sind hierbei die asiatischen Garküchen am Straßenrand. Dort werden kleine Gaskocher mit preiswerten Kartuschen eingesetzt. Diese Geräte verdrängen auch bei uns zunehmend konventionelle Gaskocher.

Sie sind relativ leicht und klein und werden mit einem Plastikkoffer geliefert. Man hat den Eindruck, dass sie alle aus denselben Werk stammen, weil sich die baugleichen Geräte meist nur durch verschiedene Lackierungen und Label unterscheiden. Relativ oft stößt man auf die Marke Rsonic, aber auch der Traditionsanbieter für Campingkocher, nämlich Campingaz, bietet ihn an, selbstverständlich im typischen Blau des übrigen Sortiments und viel teurer.

Das gleiche Gerät unter verschiedenen Marken bewirkt in den Texten der Internet-Anbieter besondere Stilblüten: „Produktabbildung ist musterhaft. Sollte der abgebildete Hersteller nicht vorrätig sein, senden wir das gleiche Produkt von einem anderen qualitativen Hersteller!“ Ein großer Vorteil gegenüber herkömmlichen mobilen Gaskochern ist die integrierte Piezo-Zündung. Man benötigt daher kein Streichholz, Feuerzeug oder einen Gasanzünder.

Die Kartuschen im Format von Lack-Spraydosen enthalten ca. 227 ml Butangas. Im Sortiment von Campingaz heißt sie Campingaz CP 250 Ventilkartusche und kostet ca. 5,50 Euro. Eine unnötig hohe Ausgabe, denn in den gleichen Kartuschen, jedoch mit anderen Marken, wie Kochmann, Rsonic, Imex, Maxsun bekommt man sie für rund einen Euro. Entweder findet man einen Anbieter auf Flohmärkten und Wochenmärkten oder man bestellt sie im Internet. Wegen der Versandkosten bestellt man dann gleich eine vorteilhafte Packung mit mehreren Kartuschen.

Der Gaskocher enthält eine Anschlusskupplung für die Kartusche. Die Verbindung erfolgt ganz einfach durch das Verstellen eines Hebels, der nach der Benutzung wieder zurückgestellt wird.

Das billige Gaskocher hat genügend Leistung

Die Abmessungen des Koffers betragen 31 x 36,5 x 10 cm. Mit Gaskocher und einer vollen Kartusche wiegt er knapp 2,5 kg. Je nach Anbieter und Marke kostet das Set 15-40 €.

Einen solchen Gaskocher hatte ich mir vor einiger Zeit besorgt, um den alten Gaskocher mit seiner großen und schweren Gaskartusche auf meinem Boot zu ersetzen. Natürlich von Campingaz, jedoch aus zweiter Hand, erfreulicherweise noch ungebraucht und nicht teurer als neu mit einer NoName Beschriftung. Das Vertrauen in diese mir seit der Kindheit bekannten Marke, aber auch die Erkenntnis, dass die mehr als halb so teuren, baugleichen Gaskocher mit anderen Labeln nicht schlechter waren, hatten mich dazu bewogen, so einen Deal zu machen. Etwas umständlich, aber ich wollte das Campingaz Blau haben ohne den hohen Zuschlag dafür zu bezahlen.

Zum Austausch auf dem Boot war es noch nicht gekommen und ich hatte den Gaskocher noch nie benutzt. Er stand seit einigen Monaten in meiner Speisekammer. Eine Gaskartusche war eingelegt und nach dem Kauf hatte ich lediglich erkundet, wie man ihn bediente und ob er funktionierte. Dabei wurde ein wenig Gas verbraucht. Anschließend stellte ich ihn beiseite. Vor einer Aufbewahrung im Boot wollte ich sehen, ob eine einmal angeschlossene und danach abgekoppelte Gaskartusche wirklich dicht war oder doch allmählich Gas verlor. Die angebrochene Gaskartusche hatte ich vor dem Wegstellen mit einer präzisen Küchenwaage gewogen.

Der Fisch in der Pfanne erinnerte mich an den Gaskocher und an das Experiment. Ich kramte ihn hervor und entnahm zuerst die Kartusche, um sie nochmals zu wiegen. 321 g, genau wie vor dem Wegstellen vor einem Vierteljahr. Das System erwies sich tatsächlich als gasdicht.

Die Kartusche wurde wieder eingelegt und der Gaskocher auf eine Holzbank auf den Balkon gestellt, die Pfanne mit dem Thunfisch oben drauf. Beim Betätigen der Piezo-Zündung sprang der Gaskocher sofort an. Er hatte ganz schön Power, denn kurze Zeit danach brutzelte es in der Pfanne, nicht anders, als sonst auf dem normalen Gasherd in der Küche.

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