Eklat im Restaurant Fährhaus am Tegeler See

Eine aufgebrachte Frau schimpfte wie ein Rohrspatz im Garten des ‚Restaurant Fährhaus‘. Sie sei Journalistin und würde über den Vorfall berichten, drohte sie. Ihre beiden Begleiter, eine Dame und ein Herr im fortgeschrittenen Alter, die mit ihr eine Fahrradtour dorthin unterommen hatten, blieben ruhig. Offenbar war ihnen der Vorfall peinlich. Was war passiert?

Terrasse am Wasser

Terrasse am Wasser

Das Restaurant Fährhaus liegt in Berlin am Ufer des Tegeler See gegenüber der Insel Marienwerder. Direkt davor liegt der Yachthafen ‚Bootsstände Lahe‘. Die Plätze im Garten des Restaurants sind bei guten Wetter sehr begehrt. Wer hier einen schönen Platz findet, kann das Treiben auf dem Wasser beobachten. Das ist nett und ein guter Grund, hier einzukehren.

Die meisten Tisch stehen im Halbschatten unter Bäumen. Die Tischreihe direkt am Wasser bleibt manchmal gesperrt, wenn in der betreffenden Schicht nur wenig Personal Dienst hat und das Gästeaufkommen locker unter den Bäumen Platz findet. Das ist meistens unter der Woche der Fall, weil die Lage des Restaurants in einem Freizeitgebiet zwischen dem Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal, dem Tegeler See, Wald und Schrebergärten  nur am Wochenende oder an Feiertagen das nötige Aufkommen an Gästen beschert, um mehrere Kellner einzusetzen.

Zwischen den hohen Bäumen sitzt man sehr gut und sogar etwas erhöht mit einem besseren Blick auf den Tegeler See als von der tiefer gelegenen ersten Tischreihe.

Doch sorgte diesmal das Ausklammern der ersten Tischriehe für einen Eklat. Eine Dame wollte mit ihren Begleitern nur an einem der vorderen Tische Platz nehmen, doch bat man sie, im aktiven Servicebereich Platz zu nehmen. Der Dame lehnte ab und schlug vor, die Sachen selbst an den Tisch zu holen. Das lehnte die Bedienung ab.

Erpressung durch Gast

Daraufhin wurde die Dame ärgerlich und drohte mehrmals laut vernehmlich, sie sei Journalistin und würde über dieses Restaurant schreiben. Sie mochte die ‚Bedingungen‘ nicht hinnehmen und verlangte nach dem Chef. Der erschien, hörte kurz zu und fragte: „Wollen Sie mich erpressen?“ Kurzerhand erteilte er der Dame ein Hausverbot, woraufhin sie sich noch mehr empörte.

Der Wirt hatte recht. Die Drohung der Dame war nicht hinnehmbar, als Journalistin negativ über das Restaurant zu berichten, falls sie nicht in einem gesperrten Bereich Platz nehmen konnte.

In einem Restaurant, dessen Gästeaufkommen stark vom Wetter, dem jeweiligem Wochentag und der Jahreszeit abhängig ist, wird zwangsläufig mit einer variablen Personalstärke und variabler Bewirtungsfläche reagiert. Solche Entscheidungen geben keinem Besucher einen Anlass unhöflich zu werden.

Die anderen Gäste ließen sich von dem Vorfall nicht lange stören. Sie genossen Speis und Trank mit Blick auf den Bootshafen am Wasser.

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