Windkrafträder – Gefahr für die Gesundheit?

Der Spiegel berichtete zum Thema Energiewende. Eine Frau war vor Windkrafträdern fotografiert worden. Sie klagte über massive gesundheitliche Beeinträchtigungen aus dem Betrieb der vielen Windräder in einer relativ abgelegenen Gegend, in die sie einst der Ruhe willen gezogen war. Windräder seien laut, hieß es. Darunter würde sie leiden. Bislang waren mir die Geräusche von Windkrafträdern nie laut vorgekommen. Auf dem Darß an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern war ich vor Jahren mal zu einem Windkraftrad geradelt. Der Wind blies kräftig und dicht bei dem Ungetüm mit seinem schnell rotierenden Propeller war deutlich ein Surren zu hören. Daneben wollte ich nicht wohnen, aber ein paar Hundert Meter weiter hätte ich mich niederlassen können.

Tschernobyl und Fukushima. Die dortigen atomaren Katastrophen haben viele Menschenleben vernichtet oder gesundheitlich stark beeinträchtigt. Über die qualitativen und quantiativen Folgen in Japan wissen wir noch sehr wenig, aber Tschernobyl hat viele Opfer gekostet. Für die derzeitige Regierung war der Super GAU in Japan der Grund die eigene Position hinsichtlich der Laufzeit der hiesigen Atomkraftwerke zu überdenken. Nun sollen sie früher abgeschaltet werden und die Energiewirtschaft wird sich darauf einstellen müssen. Die Erzeugung des Stroms mit Hilfe von Windkrafträdern gehört zum Produktionsmix. Die Medien werden daraus Geschichten entwickeln. Am besten lassen sich negative Meldungen verkaufen. Daher war die kritische Betrachtung des Strom aus Wind zu erwarten.

Eine hohe Geräuschempfindlichkeit ist mir wohlbekannt. Ich bin meist früher als andere genervt von den Baustellen und vernehmbaren Nachbarn um mich herum. Auch wenn man angesichts der ungeheuren Gefahren durch die Atomenergie bei der jetzigen Bemühung die Stromgewinnung neu zu ordnen, wenig Rücksicht auf einzelne, besonders empfindliche oder tatsächlich stärker belastete Menschen nehmen kann, tat mir die Frau Leid. Ihr Lebenstraum vom idyllischen Landleben ging nicht in Erfüllung. Darüber musste ich auf einer Fahrt durch die Uckermark nachdenken. Da tauchte voraus ein Gruppe Windkrafträder auf.  Ich fuhr auf einem Feldweg näher ran und stieg aus.  In der näheren Umgebung standen etwa 10 Windkrafträder. Weiter entfernt sah man weitere.

Brandenburg. Uckermark. Windkrafträder

Brandenburg. Uckermark. Windkrafträder

Vögel zwitscherten, der Wind fing sich in den reifen Ähren der Roggenfelder und auf der nahen Landstraße fuhr immer wieder ein Auto vorbei. Ich lauschte. Inmitten der anderen Geräusche waren die Windkrafträder nicht wirklich wahrnehmbar. Der Wind war nicht stark, vielleicht Stärke 2 bis 3, aber die Propeller waren am Rotieren und irgendwas musste doch zu hören sein. Da! Ein leises Surren oder Brummen. Es wurde stärker. Ein Flugzeug! Allmählich gingen mir die Vögel und anderen Naturgeräusche sowie der spärliche Autoverkehr auf den Geist. Konnte das nicht mal aufhören, damit die Windkrafträder eindeutig zu hören waren? Eigentlich war der Test damit beendet. Zumindest bei der Windstärke waren die rotierenden Propeller und die von ihnen angetriebenen Generatoren nur bei starker Konzentration auf ihre Geräusche akustisch wahrnehmbar. Die ’stille‘ natürliche Umgebung war viel lauter. Zudem befanden sich die nächsten Häuser weit weg.

Schreibe einen Kommentar