Das Schloss in Baruth / Mark

Eine Fahrt durch Brandenburg auf der B96 führt durch Baruth/Mark circa 30 km südlich von Berlin. Im Ort gibt es eine Kirche mit einem Doppelturm und ein Schloss, vor dem sich praktischerweise ein Parkplatz befindet. Die Gelegenheit ist gut, um das Ensemble aus verschiedenen Gebäuden in einer Parklandschaft mit vielen uralten Bäumen spontan zu besichtigen. Eine Hinweistafel erklärt, dass es sich um zwei Schlösser handelt. Das alte Schloss steht auf einem Fundament aus dem 13. Jahrhundert und der darauf stehenden Bau wurde nach 1671 errichtet. Das Gebäude wurde aufwändig renoviert. Es wird für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt. Zudem befindet sich dort ein Cateringservice. Einige Tische mit Stühlen im Garten deuten darauf hin, dass ein Restaurantbetrieb existiert. Wie so viele brandenburgische Schlossparks ist er im 19. Jahrhundert von Peter Joseph Lenné gestaltet worden.

17. 6. 2014. Brandenburg Baruth/Mark. Schloss in Baruth / Mark

17. 6. 2014. Brandenburg Baruth/Mark. Schloss in Baruth / Mark

Das neue Schloss besteht aus drei Gebäudeteilen. Der mittlere barocke Trakt ist in einem sehr schlechten Zustand. Ursprünglich war es das Gartenhaus und wurde 1775 fertiggestellt. Anfang des 19. Jahrhunderts kam am östlichen Ende ein Gebäude hinzu. 1912/13 erfolgte eine Erweiterung auf der westlichen Seite. In der Zeit wurden das alte und das neue Schloss durch einen Fachwerkwandelgang verbunden.

Die ehemaligen Eigentümer, die Familie zu Solms-Baruth wurde 1946 enteignet. Zu DDR-Zeiten nutzte die Kommune die Gebäude als Wohnungen, Kino, Kindergarten, Restaurant und Schule. 1982 erhielten die ursprünglichen Eigentümer einen Lastenausgleich in Höhe von circa 8 Millionen DM. Nach der Wende kaufte die Familie das neue Schloss von der Gemeinde für 50.000 zurück. Sie sanierte zunächst den klassizistischen Teil des Gebäudes und zog sich anschließend aus Baruth zurück. Die Kommune möchte alle Gebäude wieder in ihren Besitz bringen, doch sind die Eigentumsverhältnisse ungeklärt.

17. 6. 2014. Brandenburg Baruth/Mark. Schloss in Baruth / Mark

17. 6. 2014. Brandenburg Baruth/Mark. Schloss in Baruth / Mark

Die drei Gebäude des neuen Schlosses sehen erbärmlich aus. Besonders das mittlere, wäre eine ideale Kulisse für einen Horrorfilm, könnte man den Schauspielern und dem Aufnahmeteam einen Aufenthalt in dem einsturzgefährdeten Gemäuer zumuten.

17. 6. 2014. Brandenburg Baruth/Mark. Schloss in Baruth / Mark. Fürstliches Wappen Solms-Baruth

17. 6. 2014. Brandenburg Baruth/Mark. Schloss in Baruth / Mark. Fürstliches Wappen Solms-Baruth

Die Fenster des östlichen Anbaus sind mit Brettern vernagelt. Lediglich der neue Teil am westlichen Ende macht den Eindruck, instandgesetzt werden zu können, gäbe es nicht Anzeigen eines Brandes, der im oberen Geschoss gewütet hat. Auch hier sind die Fenster mit Spanplatten verschlossen und das urprüngliche Dach wurde durch eine Blecheindeckung ersetzt. Wer auch immer sich an die Sanierung dieser Gebäude macht, wird mit dem Denkmalschutz und beträchtlichen finanziellen Belastungen zu tun haben. In einer Zeit, in der sich alles wirtschaftlich rechnen muss, stellt sich die Frage, wie das zu stemmen ist. Nach der Sanierung, die eventuell mit Fördermitteln realisiert wird, kommt die Instandhaltung, die wohl nur mit Einnahmen aus einer Bewirtschaftung finanziert werden kann. An der Renovierung des alten Schlosses und dem teilweisen Wiederaufbau des Fachwerkwandelgangs ist erkennbar, dass die Kommune um den Erhalt der historischen Immobilie bemüht ist.

Fotos zum Bericht:   Album Baruth / Mark

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