30° C. Niemand im Büro

30 °C in der Wohnung. Das Schreiben von Artikeln wird durch eine Hitzewelle sehr behindert. Die hohe Temperatur verlangsamt das Denken. Gesprächspartner in irgendwelchen überhitzten Büros sind nicht erreichbar. Am Telefon hört man nur das Tuten. Niemand geht ran. Wahrscheinlich haben sie sich verpisst, weil es in den Räumen gar nicht auszuhalten ist. Es sei ihnen gegönnt. Aber irgendwie kommt dadurch einiges nicht richtig voran und der Vormonat Mai war durch drei Feiertage in der Woche und zwei Brückentage nicht gerade ein effektiver Zeitraum.

Immerhin geht eins ganz gut. Ich belichte derzeit häufiger Filme mit Kameras aus dem letzten Jahrhundert, weil das Thema analoge Fotografie gerade im Trend ist. Die Farbfilme entwickle ich Zuhause bei 30 °C und muss dafür normalerweise die Chemikalien vorwärmen und die Temperatur mit einer Thermobox während der Entwicklung konstant halten. Das ist bei der aktuellen Zimmertemperatur, der sich auch die Chemikalien angepasst haben, ohne diesen Aufwand zu machen. So schnell geht das sonst nicht, wie es derzeit möglich ist.

Heute Mittag bin ich zu meinem Boot gefahren, weil die Hitze zu Hause nicht mehr auszuhalten war. Nicht, dass es auf dem Boot anders wäre. Im Gegenteil, unter dem geschlossenen Bootsverdeck bildet sich eine Bruthitze, die aber rasch verfliegt, sobald die Seitenteile geöffnet sind. Zwei Windschutzscheiben-Reflektoren werden mit Klammern so angebracht, dass die Sonne nicht mehr direkt in das Boot hinein scheint, sondern reflektiert wird. Einige feuchte Handtücher auf dem Boden kühlen ihn. Und mit etwas Glück huscht auch mal eine Brise durch mein Boot, das vorne eine offene Luke hat, sodass man in solchen Momenten beinahe ein Gefühl der Erfrischung erlebt.

Der Vorteil des Bootes: Es liegt im Wasser und darin kann man baden. Das Wasser im Tegeler See ist in den oberen Bereichen, in denen man sich beim Schwimmen bewegt, auch schon recht warm. Nur wenn man sich an einer Schwimmnudel festhält und lang macht, so dass die Füße weit nach unten reichen, ist dort noch Kühle zu spüren.

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